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Grundlagen: Agent vs. Workflow — und wann nicht

Was ein System agentisch macht, wann ein Agent das falsche Werkzeug ist, und warum Autonomie ein Trade-off ist — die Entscheidungen, bevor die erste Zeile Agent-Code steht.

Agentic AI: wann ein Agent das richtige Werkzeug ist — und wann nicht

Einführung · 7 Abschnitte · ~9 Min Lesezeit · Stand

Was ein System agentisch macht

Der Unterschied ist nicht „benutzt ein LLM“, sondern wer den Kontrollfluss steuert. In einem klassischen Workflow entscheidet dein Code, welcher Schritt als Nächstes kommt. In einem Agenten entscheidet das LLM selbst, was als Nächstes zu tun ist — welches Tool, welcher Schritt, wann fertig.

WorkflowCode steuert den Fluss; feste, bekannte Schritte; deterministisch
AgentLLM steuert den Fluss; Pfad wird zur Laufzeit entschieden; nichtdeterministisch

Agent vs. Workflow: der Pfad entscheidet

Wenn die Schritte im Voraus bekannt sind (extrahieren → prüfen → speichern), ist das ein Workflow — auch wenn einzelne Schritte ein LLM nutzen. Ein Agent lohnt sich erst, wenn der Pfad selbst unbekannt ist: die nötigen Schritte hängen von Zwischenergebnissen ab, die man vorab nicht kennt.

Der teuerste Fehler: wann NICHT

Der häufigste und teuerste Anfängerfehler ist, einen Agenten zu bauen, wo ein Workflow oder ein einzelner Aufruf gereicht hätte. Für eine gut definierte, hochvolumige Aufgabe addiert ein Agent Nichtdeterminismus, Kosten, Latenz und Angriffsfläche — ohne Gegenwert.

Autonomie ist ein Trade-off

Autonomie ist keine Skala, auf der „mehr“ besser ist. Jede Stufe zusätzlicher Freiheit kauft Fähigkeit und Risiko/Unvorhersehbarkeit. Die Regel: die geringste Autonomie, die die Aufgabe löst.

  1. Fester Workflow
  2. LLM wählt aus Optionen
  3. LLM plant Schritte
  4. Voll autonomer Agent

Grenz die Aufgabe ein

Ein eng abgegrenzter Agent (klarer Aufgabenbereich, kleine Tool-Menge) ist zuverlässiger, testbarer und sicherer als ein offener „mach-alles“-Generalist. Der Entwurfsraum eines offenen Agenten ist zu groß, um ihn zu prüfen oder abzusichern.

Kosten, Latenz & Nichtdeterminismus

Ein Agent schleift: jede Runde ist mindestens ein LLM-Aufruf. Die Basis-Kosten und -Latenz liegen dadurch weit über einem Einzelaufruf — von Anfang an einplanen und budgetieren.

Und der Pfad ist nichtdeterministisch: dasselbe Ziel kann über verschiedene Schritte laufen. Du kannst keinen exakten Ablauf unit-testen — du testest Ergebnisse und Verhalten über viele Läufe und sicherst mit Guardrails ab.

Nicht mit Multi-Agent anfangen — gleich im Check

Die Versuchung, ein Schwarm aus spezialisierten Agenten zu bauen, ist groß — und meist verfrüht. Multi-Agent addiert Koordinations-Overhead und neue Fehlerquellen. Ein einzelner Agent mit guten Tools trägt erstaunlich weit; erhöhe die Architektur-Komplexität erst bei echtem Bedarf.

Gelesen ist nicht geprüft: Im Modul entscheidest du die Fälle selbst und siehst danach, wo dein Urteil trägt.

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Modul-Aufbau

EINFÜHRUNGAgentic AI: wann ein Agent das richtige Werkzeug ist — und wann nicht~9 Min
ADR-001FLUSS-KONTROLLEeinstieg
ADR-002AGENT-VS-WORKFLOWsolide
ADR-003WANN-NICHTsenior
ADR-004AUTONOMIE-GRADsenior
ADR-005ABGRENZUNGsolide
ADR-006KOSTEN-LATENZsolide
ADR-007NICHTDETERMINISMUSsenior
ADR-008MULTI-AGENTsenior

Quellen

  1. 01Building Effective Agents — Anthropic, 2024
  2. 02ReAct: Synergizing Reasoning and Acting in Language Models — Yao et al., 2023
  3. 03The Rise and Potential of Large Language Model Based Agents: A Survey — Xi et al., 2023
  4. 04OWASP Top 10 for LLM Applications (2025) — LLM06 Excessive Agency
  5. 05OWASP Top 10 for LLM Applications (2025) — LLM10 Unbounded Consumption

Verfasst von Julian Zentgraf