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Ein Team, mehrere Sites: wo der Inhalt liegt
Für eine Auskunftsanfrage wird die SharePoint-Site eines Teams exportiert und Vollzug gemeldet. Zwei Wochen später taucht ein Projektdokument auf, das im Export fehlte — aus einem privaten Kanal desselben Teams. Der Export war nicht falsch, nur vollständig für das falsche Objekt: Standardkanäle teilen sich eine Site, aber jeder private und jeder geteilte Kanal bekommt eine eigene. In diesem Modul lernst du die Kette Entra-Verzeichnis, Microsoft-365-Gruppe, Team und Site kennen und kannst zu jedem Inhalt sagen, wo er liegt — auch bei Besprechungsaufzeichnungen, die je nach Art der Besprechung in der Kanal-Site oder im persönlichen OneDrive des Organisators landen. Du lernst, warum Berechtigungen bei Kanal-Sites nur gelesen und nicht verwaltet werden können, warum ein öffentliches Team keinen Beitrittsschutz hat und warum ein privater Kanal enger berechtigt, aber nicht höher eingestuft ist.
Lehrtext · 12 Abschnitte · zuletzt geprüft: 2026-09-12
Der Export, der vollständig aussah
Für eine Auskunftsanfrage soll alles herausgegeben werden, was ein Projektteam an Dateien besitzt. Jemand öffnet die SharePoint-Site des Teams, exportiert die Dokumentbibliothek und meldet Vollzug. Zwei Wochen später taucht ein Dokument auf, das zum Projekt gehört und im Export fehlte — aus einem privaten Kanal desselben Teams.
Der Export war nicht fehlerhaft, er war vollständig für das Objekt, das exportiert wurde. Nur ist ein Team eben nicht eine Site: Alle Standardkanäle teilen sich eine Site, aber jeder private und jeder geteilte Kanal bekommt laut Dokumentation eine eigene SharePoint-Site. Wer nur die erste kennt, hält einen Ausschnitt für das Ganze.
Parent-Site — Die SharePoint-Site, die beim Anlegen eines Teams entsteht. Sie speichert laut Dokumentation die Dateien aller Standardkanäle, und alle Teambesitzer und -mitglieder haben Zugriff darauf. Jeder Standardkanal erscheint darin als eigener Ordner in der Standard-Dokumentbibliothek.
Vier Objekte, eine Kette
Zwischen der Person und der Datei liegen vier Objekte. Jedes hat eine eigene Aufgabe, und die Verwirrung im Alltag entsteht fast immer daraus, dass zwei davon denselben Namen tragen.
- Microsoft Entra ID
- Das Verzeichnis, in dem Benutzerkonten und Microsoft-365-Gruppen liegen.
- Microsoft-365-Gruppe
- Hier ist die Mitgliedschaft des Teams gespeichert. Dieselbe Gruppe gibt diesen Personen laut Dokumentation auch den Zugriff auf die Parent-Site.
- Team und Kanäle
- Die Oberfläche für Unterhaltung und Zusammenarbeit. Ein Team ist mit einer oder mehreren SharePoint-Sites verbunden.
- SharePoint-Site
- Der Ort, an dem die Dateien tatsächlich liegen. Jeder Zugriff auf die Registerkarte Dateien ist laut Dokumentation ein Zugriff auf SharePoint.
Der wichtigste Satz dieser Kette steht in der Dokumentation fast beiläufig: Ein Team hat keine eigene Mitgliedschaft. Es benutzt die der Gruppe. Wer also jemanden aus einem Team entfernen will, entfernt ihn aus einer Gruppe — mit allen Nebenwirkungen, die im vorigen Modul beschrieben sind.
Teams-verbundene Site — Eine SharePoint-Site, die für die Verbindung mit einem Team ausgelegt ist — die Parent-Site und jede Kanal-Site. Sie verhält sich in mehreren Punkten anders als eine gewöhnliche Site, insbesondere bei den Berechtigungen.
Wann eine Verbindung entsteht
Teams und SharePoint werden laut Dokumentation in genau vier Situationen verbunden. Die Unterschiede sind im Betrieb wichtig, weil sie bestimmen, ob eine Site neu entsteht oder eine bestehende übernommen wird:
- Ein Team wird neu angelegt: Eine neue SharePoint-Site entsteht und wird mit dem Team verbunden.
- Ein Team wird aus einer bestehenden Microsoft-365-Gruppe angelegt: Das Team wird mit der Site verbunden, die schon zu dieser Gruppe gehört.
- Zu einer bestehenden SharePoint-Site wird Teams hinzugefügt: Diese Site wird mit dem neuen Team verbunden.
- Ein privater oder geteilter Kanal wird angelegt: Eine neue Site entsteht und wird mit diesem Kanal verbunden.
Drei Kanaltypen, drei Ablagebilder
Der Kanaltyp entscheidet nicht darüber, wie ein Gespräch aussieht, sondern darüber, wo die Dateien liegen und wer sie erreicht. Das ist der eine Satz, den man aus diesem Modul mitnehmen sollte.
- Standard
- Alle Standardkanäle teilen sich eine Site — die Parent-Site — mit einem eigenen Ordner je Kanal. Alle Teammitglieder haben Zugriff. Jedes Team hat einen Standardkanal
General, der immer zuerst steht und nicht gelöscht werden kann. - Privat
- Eigene Site je Kanal. Nur Mitglieder des Kanals erreichen sie — nicht alle Teammitglieder. Kanalbesitzer und -mitglieder landen automatisch in den Besitzer- und Mitgliedergruppen der Site.
- Geteilt
- Eigene Site je Kanal. Kann Personen enthalten, die nicht im Team sind. Teambesitzer und -mitglieder sind in den Site-Gruppen enthalten.
Zwei Sätze aus der Dokumentation begrenzen, was man mit Kanal-Sites tun darf. Erstens: Die Site eines privaten oder geteilten Kanals kann nicht separat geteilt werden. Zweitens, für geteilte Kanäle: Eine Freigabe an Personen außerhalb der Organisation, die nicht Kanalmitglieder sind, wird nicht unterstützt. Der geteilte Kanal ist also kein allgemeiner Außenzugang, sondern ein präzise abgegrenzter.
General nicht löschen. Wer ein Team aufräumen will, kann diesen Kanal also nicht entfernen — nur die Inhalte darin. Das ist regelmäßig der Punkt, an dem eine geplante Umstrukturierung stecken bleibt.Öffentlich, privat — und was das nicht bedeutet
Neben dem Kanaltyp gibt es eine zweite Eigenschaft mit demselben Wort darin, und sie wird regelmäßig mit ihm verwechselt. Sie beschreibt nicht den Kanal, sondern das ganze Team.
- Öffentliches Team
- Jede Person in der Organisation kann beitreten. Laut Dokumentation braucht es dafür keine Einladung durch einen Teambesitzer — der Beitritt ist eine Entscheidung der beitretenden Person.
- Privates Team
- Ein Beitritt ist nur auf Einladung eines Teambesitzers möglich.
Entscheidend ist der Satz, der in der Dokumentation direkt daneben steht: Beide Teamarten bieten dieselben Kanaltypen — Standard, privat und geteilt. Ein privates Team hat also nicht automatisch private Kanäle, und ein öffentliches Team kann sehr wohl welche haben. Die beiden Eigenschaften sind unabhängig voneinander.
Berechtigungen fließen in eine Richtung
Bei einer gewöhnlichen SharePoint-Site sind die Berechtigungen der Site die Wahrheit. Bei Teams-verbundenen Sites ist das nicht mehr so — und für Parent-Site und Kanal-Site gilt jeweils etwas anderes.
- Parent-Site
- Die Teamberechtigungen werden mit der Site synchronisiert. Team- und Site-Besitzer können zusätzlich Personen direkt zur Site hinzufügen; die Dokumentation empfiehlt, alle Berechtigungen über Teams zu führen.
- Kanal-Site
- Die Berechtigungen werden vom Kanal geerbt. Sie lassen sich in SharePoint nicht verwalten — die Oberfläche zeigt sie nur lesend an.
Aus dieser Asymmetrie folgt eine Regel für die Diagnose. Fragt jemand „warum sieht diese Person die Datei?“, ist bei einer Kanal-Site die Antwort immer die Kanalmitgliedschaft — eine andere Quelle gibt es dort nicht. Bei der Parent-Site kann die Antwort dagegen zusätzlich ein direkt vergebenes Recht sein, das niemand über Teams sieht.
Für einen Zugriffsreview heißt das konkret: Eine Liste der Teammitglieder ist für Kanal-Sites eine vollständige Antwort und für die Parent-Site nur eine Teilmenge. Wer beides gleich behandelt, bestätigt regelmäßig einen Zugriff, den er nie gesehen hat. Die Prüfung der Parent-Site braucht deshalb einen zweiten Blick in die Site-Berechtigungen selbst — und der zeigt dort, anders als bei Kanal-Sites, auch etwas an, das man ändern kann.
Zwischenstand
Kurzcheck
Ein Team hat vier Standardkanäle und zwei private Kanäle. Wie viele SharePoint-Sites gehören dazu?
- Drei — eine Parent-Site für alle Standardkanäle und je eine eigene Site pro privatem Kanal.
- Eine — jedes Team hat genau eine verbundene Site, Kanäle sind darin nur Ordner.
- Sechs — jeder Kanal bekommt seine eigene Site, unabhängig vom Typ.
Treffer. Richtig. Standardkanäle teilen sich die Parent-Site und erscheinen dort als Ordner; jeder private Kanal bekommt laut Dokumentation eine eigene Site.
Aufzeichnungen liegen woanders, als man denkt
Die dritte Ablage neben Parent-Site und Kanal-Sites ist die unauffälligste, weil sie gar nicht zum Team gehört: das persönliche OneDrive. Aufzeichnungen aus Teams-Besprechungen landen laut Dokumentation an zwei verschiedenen Orten, und die Wahl hängt nicht am Inhalt, sondern an der Art der Besprechung.
- Besprechung im Kanal
- Die Aufzeichnung liegt in der Dokumentbibliothek der Site dieses Kanals, im Ordner
Recordings. Die Berechtigungen erbt sie von den Besitzern und Mitgliedern des Kanals. - Jede andere Besprechung
- Die Aufzeichnung liegt im OneDrive des Organisators, im Ordner
Recordings— laut Dokumentation auch dann, wenn der Organisator gar nicht teilgenommen hat. - Anruf zu zweit oder in der Gruppe
- Die Aufzeichnung liegt im OneDrive derjenigen Person, die auf Aufzeichnen gedrückt hat.
Damit liegt Material, das fachlich zum Projekt gehört, in einem persönlichen Speicher, der an ein Arbeitsverhältnis gebunden ist. Für Auskunft, Aufbewahrung und Ausscheiden von Beschäftigten ist das die relevante Tatsache — nicht, wer es fachlich für seines hält.
21 Tagen gelöscht, wenn sie niemand herunterlädt.Wer eine Aufzeichnung sehen darf
Beim Zugriff auf Aufzeichnungen trennen sich die beiden Welten noch einmal, und zwar deutlicher als beim Speicherort. Bei einer Kanalbesprechung werden die Berechtigungen laut Dokumentation von der Besitzer- und Mitgliederliste des Kanals geerbt — es gilt also dieselbe Regel wie für jede andere Datei dort.
Bei jeder anderen Besprechung ist die Aufzeichnung dagegen eine Datei im persönlichen OneDrive, die einzeln geteilt wird. Alle Eingeladenen bekommen laut Dokumentation automatisch einen persönlich geteilten Link — mit Ausnahme externer Teilnehmer, die der Organisator selbst hinzufügen muss. Der Organisator hat volle Rechte, Mitorganisatoren dürfen bearbeiten und weitergeben, alle übrigen internen Teilnehmer dürfen nur lesen.
- Wird eine Besprechung weitergeleitet, bekommen laut Dokumentation nur die Personen den Link, die automatisch in den Besprechungschat aufgenommen werden.
- Bei mehr als
250Teilnehmern erhält ein Teil der Teilnehmer die Dateiberechtigung nicht automatisch und muss beim Eigentümer der Aufzeichnung nachfragen. - Bei einem Anruf zu zweit hat die Gegenseite nur Leserecht ohne Weitergabe- und Download-Recht — und bei einem externen Gegenüber gar keins, bis geteilt wird.
Welche Einstellung an welchem Ende sitzt
Teams-verbundene Sites werden anders verwaltet als gewöhnliche. Einige Einstellungen lassen sich nur aus Teams heraus setzen, andere nur im SharePoint Admin Center, und bei Kanal-Sites ist ein Teil davon geerbt und nicht änderbar.
- Site-Berechtigungen
- Parent-Site: mit dem Team synchronisiert, zusätzliche Direktvergabe möglich. Kanal-Site: vom Kanal geerbt, in SharePoint nur lesbar.
- Freigabe-Einstellungen der Site
- Nur an der Parent-Site; Team- und Site-Besitzer setzen sie. Es ist eine SharePoint-Einstellung, keine Teams-Einstellung.
- Ablauf des Gastzugriffs
- Im SharePoint Admin Center, an der Parent-Site.
- Vertraulichkeitsbezeichnung
- Am Team oder an der Parent-Site setzbar — es ist dieselbe Bezeichnung, und eine Änderung an einem Ende erscheint am anderen. Kanal-Sites erben sie von der Parent-Site.
- Speicherkontingent und Standard-Linktyp
- Im SharePoint Admin Center, für Parent-Site und Kanal-Sites gleichermaßen.
Die Zeile zur Vertraulichkeitsbezeichnung ist die praktisch wichtigste: Sie bedeutet, dass eine Kanal-Site keine eigene Einstufung bekommen kann. Ein privater Kanal für besonders schutzbedürftiges Material erbt die Einstufung des Teams — und ist damit nicht höher eingestuft, nur enger berechtigt.
Durchgerechnet: alles finden, was zu einem Team gehört
Vollständigkeit statt Vollzugsmeldung
Szenario
Eine Auskunftsanfrage betrifft ein Projektteam mit sechs Standardkanälen, zwei privaten Kanälen und einem geteilten Kanal. In den vergangenen zwei Jahren wurden regelmäßig Besprechungen aufgezeichnet — teils im Kanal, teils als normale Kalendertermine.
Anforderungen
- Jede Ablage benennen, die Inhalte dieses Teams enthält
- Für jede Ablage sagen können, wer Zugriff hat und woher der stammt
- Nachvollziehbar machen, was nicht erfasst werden konnte und warum
Schritte
- Die Parent-Site erfassen: Sie enthält die Dateien aller sechs Standardkanäle, je Kanal ein Ordner in der Standard-Dokumentbibliothek.
- Für jeden privaten und geteilten Kanal die eigene Site erfassen: drei weitere Sites, jede mit eigener Mitgliedschaft. Insgesamt sind es vier Sites, nicht eine.
- Aufzeichnungen aus Kanalbesprechungen sind bereits mit erfasst — sie liegen im Ordner
Recordingsder jeweiligen Kanal-Site. - Aufzeichnungen aus normalen Besprechungen nicht in den Sites suchen: Sie liegen im OneDrive des jeweiligen Organisators. Wer welche Besprechung angesetzt hat, ist eine eigene Erhebung.
- Für jede Kanal-Site die Zugriffsquelle benennen — sie ist immer die Kanalmitgliedschaft, weil dort keine andere Quelle existiert.
- Für die Parent-Site zusätzlich prüfen, ob jemand direkt an der Site berechtigt wurde. Nur hier ist das möglich, und nur hier taucht es in keiner Teamansicht auf.
- Die Lücke benennen: Aufzeichnungen ausgeschiedener Organisatoren hängen an deren OneDrive und folgen dessen Aufbewahrungsregeln — ein eigener Vorgang mit eigener Frist.
Merksatz: Die Frage war nie, ob der Export korrekt lief, sondern wie viele Objekte das Wort Team umfasst. Bei dieser Struktur sind es vier Sites plus eine unbekannte Zahl persönlicher Ablagen.
Der Preis und die Route
Private und geteilte Kanäle lösen ein echtes Problem: Sie erlauben eine engere Abgrenzung innerhalb eines Teams, ohne dass ein zweites Team entstehen muss. Der Preis steht auf derselben Seite der Rechnung. Jeder solche Kanal ist eine zusätzliche Site mit eigener Mitgliedschaft, eigenem Kontingent, eigenem Papierkorb und einer Berechtigungsquelle, die man in SharePoint nur lesen, aber nicht ändern kann.
Und die Bequemlichkeit, jemanden direkt an der Parent-Site zu berechtigen, hat denselben Charakter: Sie funktioniert sofort und erzeugt einen Zugriff, der in Teams unsichtbar bleibt. Beides sind keine Fehler der Plattform, sondern Entscheidungen mit Folgekosten — man sollte sie treffen, nicht hineinrutschen.
Damit steht die Karte der Ablageorte. Das nächste Modul geht in eine dieser Sites hinein und klärt, wie Berechtigung darin tatsächlich entsteht — Gruppen, Stufen, Vererbung und der Moment, in dem jemand sie unterbricht.
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Diesen Stoff gibt es als Modul mit bewerteten Entscheidungs-Checks — dieselbe Einführung, danach die Übungen.
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