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Privilegierter Zugriff: Tiering und Credential-Hygiene

Der Sicherungsserver hat keine Mitgliedschaft in Domain Admins — also Tier 1, sagt das Server-Team. Er liest allerdings den Systemstatus jedes Domain Controllers und kann ihn zurückspielen, kommt damit an dieselben Geheimnisse und braucht dafür keine einzige Gruppenmitgliedschaft. Dieses Modul behandelt privilegierten Zugriff als Frage der Platzierung, nicht der Kennwortstärke: das Tier-Modell und die unbequeme Liste dessen, was tatsächlich Tier 0 ist, die Regel gegen Credential-Downgrade, Clean Source und administrative Arbeitsplätze, Protected Users und LAPS samt ihren Nebenwirkungen, Gruppenverschachtelung als stiller Eskalationspfad — und AdminSDHolder, das Berechtigungen an privilegierten Konten stündlich zurücksetzt und dessen Änderung die weitreichendste ist, die eine Domäne kennt.

Lehrtext · 12 Abschnitte · zuletzt geprüft: 2026-09-06

Warum privilegierter Zugriff das eigentliche Kronjuwel ist

Ein Angreifer will selten „einen Server“ — er will Kontrolle über die Identität. Wer Domain Admins oder einen Domain-Controller kontrolliert, kontrolliert jedes Konto, jede Gruppe, jede Anmeldung im Forest. Deshalb dreht sich moderne AD-Sicherheit nicht um „starke Passwörter“, sondern um eine Frage: Wo dürfen privilegierte Credentials überhaupt auftauchen — und wo nie?

Der klassische Angriffsweg heißt Lateral Movement: Der Angreifer landet auf einer beliebigen Workstation, stiehlt dort ein Credential und hangelt sich Host für Host nach oben, bis er ein Tier-0-Credential erwischt. Das Tier-Modell ist genau die Gegenstrategie: Es macht diesen Weg strukturell unmöglich, statt auf Glück zu hoffen.

MerksatzSicherheit von privilegiertem Zugriff ist eine Frage der Platzierung, nicht der Passwortstärke. Ein perfektes Passwort auf dem falschen Host ist kompromittiert, sobald der Host es ist.

Das Tier-Modell (Tier 0 / 1 / 2)

Microsoft strukturiert privilegierten Zugriff in Tiers (im heutigen „Enterprise Access Model“ als Kontrollebenen fortgeführt). Ein Tier ist eine Vertrauensgrenze: Konten und Systeme eines Tiers dürfen nur innerhalb ihres Tiers oder auf tiefere Tiers wirken — nie kontrolliert ein tieferes Tier ein höheres.

PRIVILEGED ACCESS · TIER-MODELLTIER 0 · Kontrolle der IdentitätDCs · Domain Admins · AD-DB · PKITIER 1 · Server & AnwendungenMember-Server · Server-AdminsTIER 2 · Workstations & UserClients · HelpdeskVERWALTET ↓Höhere Tiers verwalten tiefere — aber Tier-0-Credentials dürfen NIE auf Tier 1/2 exponiert werden.
Höhere Tiers verwalten tiefere. Tier-0-Credentials dürfen niemals auf Tier-1- oder Tier-2-Hosts exponiert werden.
Tier 0
Kontrolle über die Identität: Domain-Controller, Domain Admins, die AD-Datenbank, PKI/AD CS, Entra-Connect-/Azure-AD-Connect-Server.
Tier 1
Server und Anwendungen: Member-Server, Fileserver, Datenbanken und die Konten, die sie administrieren.
Tier 2
Workstations und User: Client-Rechner, Endnutzer und Helpdesk-Konten, die Endgeräte betreuen.

Die Faustregel für die Einordnung: Alles, was die Identität kontrollieren oder kompromittieren kann, ist Tier 0. Ein Enterprise-CA-Server gehört dazu, weil er Zertifikate ausstellt, mit denen man sich als beliebiges Konto authentifizieren kann. Ein Entra-Connect-Server gehört dazu, weil er synchronisationsprivilegierte Credentials hält.

Kein Credential-Downgrade

Die zentrale Regel des Modells: Ein Tier-0-Credential darf nie auf einem Tier-1- oder Tier-2-Host exponiert werden. Der Grund ist technisch, nicht organisatorisch: Meldest du dich interaktiv (oder per RDP, RunAs, geplantem Task, Dienst) an einem Host an, landen verwertbare Authentifizierungs-Geheimnisse im Speicher des LSASS-Prozesses dieses Hosts.

Ist dieser Host kompromittiert — was bei einer Workstation die realistische Annahme ist — liest der Angreifer diese Geheimnisse aus und nutzt sie mit Pass-the-Hash oder Ticket-Diebstahl weiter. Ein einziger Domain-Admin-Login auf einer infizierten Workstation reicht, um den gesamten Forest zu verlieren.

Merksatz„Abmelden“ macht ein exponiertes Credential nicht rückgängig. Sobald das Geheimnis einmal im Speicher eines kompromittierten Hosts war, gilt es als gestohlen.

Clean Source und Privileged Access Workstations (PAW)

Aus „kein Downgrade“ folgt das Clean-Source-Prinzip: Ein Objekt darf nur von einer Quelle verwaltet werden, die gleich oder höher vertrauenswürdig ist als das Objekt selbst. Verwaltest du ein Tier-0-System von einem weniger vertrauenswürdigen Host aus, wird die Sicherheit des Ziels von der Sicherheit der Quelle abhängig — du hast Tier 0 auf das Niveau der Quelle abgesenkt.

Die praktische Umsetzung ist eine Privileged Access Workstation (PAW): ein gehärteter, dedizierter Rechner, der ausschließlich der Administration eines Tiers dient — kein E-Mail, kein Web-Browsing, keine beliebige Software. Genau diese Alltagsaktivitäten sind die üblichen Einfallstore, und eine PAW entfernt sie aus der Verwaltungskette.

MerksatzVerwalte höher nur von gleich hoch. Eine PAW für Web-Mail „nebenbei“ ist keine PAW — sie ist ein Tier-2-Host mit Tier-0-Rechten.

Praktisch scheitert Clean Source selten an der Einsicht und fast immer an einer Kleinigkeit: Der administrative Arbeitsplatz hat keinen Zugriff auf das Ticketsystem, die Dokumentation oder das Kennwortdepot — also wechselt man doch wieder zum Alltagsrechner. Die Frage beim Entwurf lautet deshalb nicht nur „was darf die Arbeitsstation nicht“, sondern ebenso: Was braucht sie, damit dort tatsächlich gearbeitet werden kann? Eine PAW ohne Zugriff auf die Werkzeuge des Alltags wird umgangen, und zwar von genau den Leuten, die sie schützen soll.

Credential-Theft-Abwehr: Protected Users

Tiering begrenzt, wo Credentials auftauchen. Ergänzend härtet die Gruppe Protected Users die privilegierten Konten selbst: Mitglieder können sich nicht per NTLM authentifizieren, nutzen in Kerberos kein DES/RC4 und — entscheidend — es werden keine langlebigen Geheimnisse (Klartext, NTLM-Hash, langfristige Kerberos-Schlüssel) auf den Hosts zwischengespeichert.

Das reduziert die Beute, die ein Pass-the-Hash-Angriff aus LSASS ziehen kann. Protected Users ist aber kein Ersatz für Tiering: Es macht ein exponiertes Credential schwerer verwertbar, verhindert die Exposition selbst nicht. Beide Maßnahmen wirken zusammen — die eine begrenzt die Verwertbarkeit, die andere die Angriffsfläche.

NebenwirkungProtected Users bringt Einschränkungen mit: keine Offline-Anmeldung (kein zwischengespeicherter Verifier), keine unbeschränkte/beschränkte Delegierung, kein RC4. Vor der Aufnahme kritischer Konten testen.
Die Prüffrage vor der AufnahmeBevor ein Konto in Protected Users kommt, gehört beantwortet: Meldet sich dieser Mensch je an einem Gerät ohne Verbindung zum Domain Controller an? Läuft irgendetwas unter diesem Konto, das Delegation braucht? Verwendet eine ältere Anwendung damit noch NTLM? Jede dieser Fragen mit „ja“ bedeutet nicht, dass die Gruppe falsch ist — sie bedeutet, dass zuerst die Abhängigkeit abgelöst wird und die Aufnahme danach kommt. Wer die Reihenfolge umdreht, nimmt das Konto nach dem ersten Ausfall wieder heraus, und dann bleibt es draußen.

LAPS: eindeutige lokale Admin-Passwörter

Ein zweiter Lateral-Movement-Pfad läuft über lokale Admin-Konten. Ist das lokale Administrator-Passwort auf allen Rechnern gleich, genügt ein einziger geknackter Hash, um sich per Pass-the-Hash auf jeden Rechner mit demselben Passwort zu bewegen — ein klassischer Domino-Effekt.

LAPS (Local Administrator Password Solution) löst das: Es vergibt je Rechner ein eindeutiges, zufälliges lokales Admin-Passwort, rotiert es automatisch und speichert es geschützt in AD/Entra, sodass nur berechtigte Konten es auslesen können. Ein kompromittiertes lokales Passwort öffnet dann genau einen Rechner.

Anti-PatternPasswörter per Group Policy Preferences (GPP) zu verteilen ist eine bekannte Schwachstelle (MS14-025): Der AES-Schlüssel zur Entschlüsselung der cpassword-Werte in SYSVOL ist öffentlich, und SYSVOL ist für alle authentifizierten Nutzer lesbar.
Die Berechtigung ist die eigentliche KonfigurationEin eindeutiges Kennwort je Gerät nützt nur so viel, wie der Kreis derer klein ist, die es lesen dürfen. Wird das Leserecht pauschal auf die gesamte Client-OU an eine große Helpdesk-Gruppe vergeben, kann jedes Mitglied das lokale Administratorkennwort jeder Workstation abrufen — und damit ist der Angriffspfad aus Schritt eins wiederhergestellt, nur mit zusätzlichen Schritten. Das Leserecht gehört so eng gefasst wie die Zuständigkeit und gehört regelmäßig geprüft; wer es liest, gehört protokolliert.

Gruppen-Verschachtelung als Eskalationspfad

Tier-Grenzen leben nicht nur zwischen Hosts, sondern auch innerhalb der Gruppenstruktur. AD wertet Gruppenmitgliedschaft transitiv aus: Ist eine niedrig-privilegierte Gruppe Mitglied einer Tier-0-Gruppe, erhält jedes Mitglied der niedrigen Gruppe — auch verschachtelt über mehrere Ebenen — die vollen Tier-0-Rechte.

Das ist tückisch, weil ein Blick auf die direkten Mitglieder der Tier-0-Gruppe sauber aussehen kann, während die eigentliche Eskalation zwei Ebenen tiefer verschachtelt liegt. Deshalb zählt beim Audit die effektive (transitive) Mitgliedschaft, nicht die direkte — und Verschachtelung darf Tier-Grenzen nie überschreiten.

MerksatzEine Gruppe ist so privilegiert wie das höchste Tier, in das sie — direkt oder verschachtelt — mündet. Audite effektive Mitgliedschaft, nicht Gruppennamen.
Wonach ein Audit tatsächlich fragtNicht „wer ist Mitglied von Domain Admins“, sondern: Welche Konten haben über irgendeinen Pfad Tier-0-Wirkung? Das schließt verschachtelte Gruppen ein, aber auch Konten mit Schreibrechten auf Tier-0-Gruppen, mit dem Recht zum Zurücksetzen von Kennwörtern privilegierter Konten, oder mit Kontrolle über ein System aus der Tier-0-Liste. Die direkte Mitgliederliste ist der kleinste und am wenigsten aussagekräftige Teil dieser Antwort.

Was alles Tier 0 ist — die unbequeme Liste

Die Faustregel „alles, was die Identität kontrollieren kann, ist Tier 0“ klingt handlich und wird beim ersten Anwenden unbequem. Denn sie zieht Systeme herein, die im Organigramm woanders stehen und deren Betreiber sich als Tier 1 verstehen.

Domain Controller
Offensichtlich — und der einzige Fall, den alle sofort nennen.
Der Virtualisierungs-Host
Wer die virtuelle Maschine eines DCs kontrolliert, kontrolliert den DC: Arbeitsspeicher auslesen, Datenträger einhängen, Prüfpunkte setzen. Der Host ist Tier 0, auch wenn er in der Server-Abteilung steht.
Der Sicherungsserver
Er liest den Systemstatus jedes DCs und kann ihn zurückspielen. Damit kommt er an dieselben Geheimnisse — ohne je einen DC zu betreten.
Die Enterprise-CA
Sie kann Zertifikate ausstellen, mit denen sich jemand als beliebiges Konto authentifiziert. Das ist Identitätskontrolle über einen Umweg.
Verwaltungs- und Überwachungsagenten auf DCs
Ein Agent mit lokalen Administratorrechten auf einem Domain Controller ist ein Tier-0-Zugang — und seine Verwaltungskonsole ebenfalls.
Wer GPOs für DCs bearbeiten darf
Eine Richtlinie, die auf Domain Controller wirkt, führt dort Code aus. Das Recht dazu ist Tier 0, unabhängig davon, wer es bekommen hat.
Die Frage, die die Einordnung entscheidetNicht „wie wichtig ist dieses System“, sondern: Könnte jemand mit vollständiger Kontrolle über dieses System die Identität übernehmen — auf irgendeinem Weg? Wenn ja, ist es Tier 0, und die Diskussion über Zuständigkeiten kommt danach. Genau diese Reihenfolge wird in der Praxis meist umgedreht, weil die Einordnung organisatorische Folgen hat.

AdminSDHolder: warum Rechte an privilegierten Konten verschwinden

Ein Administrator delegiert einem privilegierten Konto ein Sonderrecht. Es funktioniert. Eine Stunde später ist es weg, ohne dass jemand etwas geändert hätte. Das ist kein Fehler, sondern ein Schutzmechanismus — und wer ihn nicht kennt, delegiert dasselbe Recht immer wieder neu.

AdminSDHolderEin Objekt unter CN=AdminSDHolder,CN=System,… in jeder Domäne, dessen Berechtigungen als Vorlage für alle geschützten Konten und Gruppen dienen — also für die privilegierten Gruppen und ihre Mitglieder.

Der Vorgang dahinterEin Prozess namens SDProp läuft laut Dokumentation standardmäßig alle 60 Minuten auf dem Domain Controller mit dem PDC-Emulator. Er vergleicht die Berechtigungen der geschützten Konten und Gruppen mit denen der Vorlage — und setzt sie zurück, wo sie abweichen. Eine Delegation an einem geschützten Konto überlebt deshalb höchstens bis zum nächsten Lauf.
Und die zweite Eigenschaft, die überraschtAn geschützten Konten und Gruppen ist die Vererbung von Berechtigungen abgeschaltet — und sie bleibt es, auch wenn man die Objekte in eine andere OU verschiebt. Wer ein privilegiertes Konto in eine OU mit passender Delegation schiebt und erwartet, dass es die Rechte von dort erbt, wartet vergeblich. Das ist Absicht: Sonst könnte man privilegierte Konten durch Verschieben in eine schwach geschützte OU angreifbar machen.

Die richtige Schlussfolgerung ist nicht, den Mechanismus zu umgehen — etwa indem man das Intervall verstellt oder die Vorlage aufweicht. Sie lautet: Wenn ein privilegiertes Konto ein Sonderrecht braucht, ist entweder das Recht falsch gewählt oder das Konto zu privilegiert für die Aufgabe. Eine Änderung an AdminSDHolder wirkt auf alle geschützten Objekte der Domäne gleichzeitig und ist deshalb die weitreichendste Berechtigungsänderung, die man in einer Domäne vornehmen kann.

Warum das Modell in der Praxis scheitert

Das Tier-Modell ist unstrittig richtig und wird trotzdem selten sauber betrieben. Die Gründe sind fast nie fachlich — sie sind operativ, und wer sie nicht vorher benennt, baut ein Modell, das nach sechs Monaten auf dem Papier steht und in der Praxis umgangen wird.

  • Der Zweitrechner nervt. Wer für jede administrative Handlung an ein anderes Gerät wechseln muss, sucht Abkürzungen — und findet sie.
  • Der Notfall bricht die Regel. Um drei Uhr nachts zählt Wiederherstellung mehr als Tiering. Ohne vorbereiteten, protokollierten Notfallweg entsteht ein improvisierter.
  • Werkzeuge sind nicht tierfähig. Eine Verwaltungskonsole, die Tier 0 und Tier 1 gemeinsam bedient, hebt die Trennung faktisch auf.
  • Dienstleister und Agenten bekommen Rechte, die niemand einem Menschen geben würde — weil sie als Software nicht als Zugang wahrgenommen werden.
Was daraus für die Einführung folgtEin Tier-Modell führt man nicht über eine Richtlinie ein, sondern über die Wege: Zuerst muss der saubere Pfad bequemer sein als der unsaubere — verfügbare Arbeitsplätze, funktionierende Werkzeuge, ein geübter Notfallzugang. Erst danach wird der unsaubere Weg technisch geschlossen. Wer die Reihenfolge umdreht, erzeugt Ausnahmen, und Ausnahmen werden dauerhaft.

Durchgerechnet: der Weg von der Workstation zum Domain Admin

Vier Schritte, die alle für sich harmlos aussehen

Szenario

Ein Angreifer hat über eine Phishing-Mail lokale Rechte auf der Workstation einer Sachbearbeiterin. Von dort bis zur vollständigen Kontrolle über das Verzeichnis fehlen vier Schritte — jeder davon nutzt eine gängige Bequemlichkeit.

Anforderungen

  • Für jeden Schritt benennen, welche Regel ihn verhindert hätte

Schritte

  1. Lokales Administratorkennwort abgreifen. Ist es auf allen Rechnern gleich, hat er damit sofort Zugriff auf jede Workstation der Flotte. Verhindert durch: je Gerät ein eindeutiges, automatisch rotiertes lokales Kennwort.
  2. Auf einer dieser Workstations ein Helpdesk-Credential finden. Ein Mitarbeiter des Helpdesks hat sich dort angemeldet, um ein Problem zu beheben — sein Geheimnis lag im Speicher. Verhindert durch: kein Credential-Downgrade; Support-Arbeit ohne Anmeldung des höherwertigen Kontos am Zielgerät.
  3. Mit dem Helpdesk-Konto auf einen Server springen, auf dem sich ein Server-Administrator angemeldet hat. Verhindert durch: dieselbe Regel eine Ebene höher — Tier-1-Konten melden sich nicht an Tier-2-Geräten an, und umgekehrt.
  4. Auf einem dieser Server ein Tier-0-Credential vorfinden — etwa weil ein Domänenadministrator dort ein Problem untersucht hat oder ein Dienst unter einem hochprivilegierten Konto läuft. Verhindert durch: Clean Source und verwaltete Dienstkonten mit eng gefasster Abrufberechtigung.

Merksatz: Kein Schritt nutzt eine Sicherheitslücke im eigentlichen Sinn — jeder nutzt eine Anmeldung, die aus Bequemlichkeit am falschen Ort stattgefunden hat. Deshalb ist die Platzierung von Anmeldungen die eigentliche Sicherheitsmaßnahme, nicht die Stärke der Kennwörter.

Gleich entscheidest du diese Achsen selbst

Kurzcheck

Ein Backup-Server sichert den Systemstatus aller Domain Controller. Er ist als Tier-1-Server eingestuft, sein Wartungszugang liegt beim Server-Team. Wie bewertest du das?

  • Angemessen — er ist ein Anwendungsserver und speichert lediglich Sicherungen, greift also nicht aktiv in das Verzeichnis ein.
  • Falsch eingestuft: Wer den Systemstatus eines DCs lesen und zurückspielen kann, kontrolliert faktisch die Identität — das ist Tier 0.
  • Angemessen, sofern die Sicherungen verschlüsselt abgelegt werden und der Schlüssel getrennt verwahrt wird.

Treffer. Richtig. Die Einstufung folgt der Frage, ob jemand mit voller Kontrolle über dieses System die Identität übernehmen könnte. Beim Sicherungsserver lautet die Antwort ja, unabhängig davon, welche Abteilung ihn betreibt.

In den folgenden Checks ordnest du Systeme und Konten den richtigen Tiers zu, entscheidest über zulässige Anmeldungen und Verwaltungswege (Clean Source), wählst die passende Credential-Theft-Abwehr (Protected Users, LAPS) und erkennst eine Eskalation durch Gruppen-Verschachtelung. Achte jeweils darauf, wo ein Credential exponiert würde — das ist fast immer der entscheidende Hebel.

Jetzt anwenden

Diesen Stoff gibt es als Modul mit bewerteten Entscheidungs-Checks — dieselbe Einführung, danach die Übungen.

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Quellen & Aktualität18 Primärquellen · zuletzt geprüft:
  1. 01Microsoft Learn — Enterprise Access Model / Securing privileged access (Tier 0/1/2)
  2. 02Microsoft Learn — Privileged Access Workstations (PAW) und das Clean-Source-Prinzip
  3. 03Microsoft Learn — Protected Users Security Group
  4. 04Microsoft Learn — Windows LAPS overview
  5. 05Microsoft MSRC — MS14-025: An Update for Group Policy Preferences
  6. 06learn.microsoft.com/en-us/windows-server/ident…-in-active-directory
  7. 07learn.microsoft.com/en-us/windows-server/ident…e-protected-accounts
  8. 08learn.microsoft.com/en-us/windows-server/ident…ing-active-directory
  9. 09Microsoft Learn — Protect Tier 0 the modern way / identifying Tier 0 assets
  10. 10Microsoft Learn — Pass-the-Hash und Credential-Theft-Angriffspfade (Mitigating Pass-the-Hash)
  11. 11Microsoft Learn — Securing privileged access: privileged access devices
  12. 12Microsoft Learn — Windows LAPS security and access control
  13. 13learn.microsoft.com/en-us/windows-server/ident…tand-security-groups
  14. 14Microsoft Learn — Protected Users security group
  15. 15Microsoft Learn — Securing privileged access
  16. 16Microsoft Learn — Securing privileged access and Tier 0 assets
  17. 17Microsoft Learn — Active Directory Forest Recovery guide
  18. 18Microsoft Learn — AdminSDHolder, protected groups and SDProp