Wogegen schützt die Verschlüsselung?
Einführung · 6 Abschnitte · ~15 Min Lesezeit · Stand
Betriebsfrage
„Die Daten sind verschlüsselt“ ist keine Aussage, solange nicht gesagt ist, wogegen. Jede Verschlüsselungsart schützt gegen ein bestimmtes Szenario — und gegen die anderen nicht.
Mentales Modell
- Bedrohung benennen
- Schutzort wählen
- Schlüsselhoheit klären
- Wirkung prüfen
Drei Schutzorte
| Speicherverschlüsselung | Schützt gegen den physischen Verlust von Datenträgern. Gegen einen Angreifer mit gültigem Datenbankzugang wirkt sie nicht — für ihn sind die Daten entschlüsselt. |
|---|---|
| Transportverschlüsselung | Schützt gegen Mitlesen auf dem Netzweg. Sie sagt nichts über die Ablage aus. |
| Feldverschlüsselung | Schützt einzelne Inhalte auch vor Datenbankadministratoren — dafür sind Suche, Sortierung und Auswertung auf diesen Feldern eingeschränkt. |
Produktivdaten außerhalb der Produktion
- Eine Kopie der Produktionsdatenbank auf einem Testsystem hat denselben Schutzbedarf wie das Original — aber selten dieselben Schutzmaßnahmen.
- Anonymisierung, die sich rückgängig machen lässt, ist Pseudonymisierung — der Personenbezug besteht rechtlich weiter.
- Wenige verbleibende Merkmale können eine Person wieder identifizierbar machen, auch wenn Name und Nummer entfernt wurden.
Löschen und Sicherungen
Ein Löschanspruch trifft auf Sicherungsbestände, die man nicht selektiv verändern kann und soll. Der übliche Weg ist, den Löschvorgang im Produktivbestand auszuführen, die Sicherungen über ihre reguläre Aufbewahrungsfrist auslaufen zu lassen und für den Fall einer Wiederherstellung ein Verfahren zu haben, das gelöschte Daten erneut entfernt.