Wenn das Kabel die Ursache ist — und wenn nicht
Einführung · 6 Abschnitte · ~15 Min Lesezeit · Stand
Betriebsfrage
Ein Dienst ist „langsam“. Bevor jemand Routing, DNS oder die Anwendung verdächtigt, muss geklärt sein, ob die unterste Schicht überhaupt sauber trägt. Layer 1 und der Access-Port liefern dafür harte, zählbare Signale.
Mentales Modell
- Link-Status
- Fehlerzähler
- Aushandlung
- Leistung
- Policy
Ein Port hat einen Zustand (up/down), eine Aushandlung (Geschwindigkeit, Duplex), Zähler (CRC, Runts, Drops, späte Kollisionen) und ein Leistungsbudget (PoE). Jede dieser Ebenen kann unabhängig kaputt sein.
Fehlerzähler lesen
| CRC-/FCS-Fehler | Rahmen kommt beschädigt an — Verkabelung, Störquelle, defekte Optik oder ein Transceiver-Problem. |
|---|---|
| Späte Kollisionen | Klassisches Zeichen eines Duplex-Mismatches: eine Seite sendet halbduplex, die andere vollduplex. |
| Output-Drops | Der Ausgangspuffer war voll — ein Kapazitäts- oder Burst-Problem, kein Kabelproblem. |
| Input-Drops | Der Port nimmt mehr an, als die Weiterleitung abholt — Last, nicht Physik. |
Aushandlung
Autonegotiation nach IEEE 802.3 handelt Geschwindigkeit und Duplex aus. Setzt eine Seite feste Werte und die andere verhandelt weiter, fällt die verhandelnde Seite auf Halbduplex zurück — der Link ist up, der Durchsatz bricht aber unter Last ein. Feste Werte sind deshalb nur dann sinnvoll, wenn beide Seiten fest konfiguriert sind.
Leistung und Optik
- PoE hat ein Budget pro Switch, nicht nur pro Port — die Summe der Leistungsklassen aller Verbraucher zählt.
- Glasfaser liefert mit den optischen Empfangs- und Sendepegeln eine Messgröße, bevor Fehler sichtbar werden.
- Ein Port kann elektrisch belegbar und trotzdem außerhalb des Leistungsbudgets sein.