Auslastung ist nicht Qualität
Einführung · 5 Abschnitte · ~15 Min Lesezeit · Stand
Betriebsfrage
Der Uplink zeigt 40 Prozent Auslastung, und trotzdem stockt die Videokonferenz. Beide Aussagen können gleichzeitig wahr sein — sie messen verschiedene Dinge.
Mentales Modell
- Ankunft
- Warteschlange
- Weiterleitung
- Verwerfen oder Verzögern
Ein Link hat eine feste Weiterleitungsrate. Kommt kurzfristig mehr an, puffert das Gerät. Ist der Puffer voll, wird verworfen; ist er groß, wächst stattdessen die Verzögerung. Beides passiert in Zeiträumen, die kein Fünf-Minuten-Mittelwert abbildet.
Messfenster
| Mittelwert über Minuten | Zeigt Kapazitätstrends und Wachstum. Versteckt kurze Spitzen fast vollständig. |
|---|---|
| Verwurf- und Warteschlangenzähler | Zeigen, dass die Weiterleitungsrate kurzzeitig überschritten war — unabhängig vom Mittelwert. |
| Latenz und Wiederholungen | Zeigen die Wirkung beim Nutzer, bevor eine Kapazitätsgrenze im Mittel sichtbar wird. |
Was QoS leistet
Priorisierung schafft keine Kapazität. Sie entscheidet, wer bei Knappheit zuerst verzögert oder verworfen wird. Sie wirkt daher nur dort, wo Knappheit entsteht, und nur, wenn die Klassen über alle Zwischenstationen konsistent bleiben.
- Wenige Klassen mit klar benanntem Anspruch — viele Klassen sind praktisch keine Priorisierung.
- Eine Vertrauensgrenze am Zugang: Markierungen von Endgeräten werden nicht ungeprüft übernommen.
- Konsistenz über alle Hops, sonst wird die Klasse unterwegs verworfen und das Verhalten unerklärbar.